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Amazon Echo – Die Zukunft des Smart Homes?

Amazon Echo – Die Zukunft des Smart Homes?

Amazon hat in den USA ein Produkt vorgestellt, das für einigen Wirbel in der Fachwelt und –presse gesorgt hat. Die Rede ist von Amazon Echo, ein zylinderförmiges Gerät, das auf den Namen Alexa hört. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Was kann Echo?

Doch was genau kann Echo? Hier geben das Promotionvideo und die Amazon.com Produktseite Aufschluss. Spricht man den Namen „Alexa“ in den Raum, aktiviert sich die Sprachbefehlzentrale und Echo wartet auf einen Befehl und führt diesen anschließend aus aus. Oder Alexa beantwortet eine Frage. Echo soll demnach u.a. folgende Funktionen können:

  • Einfache Fragen beantworten à la „Wie hoch ist der Mount Everest“, „Wie alt ist Brad Pitt“
  • Die Wettervorhersage durchsagen
  • Artikel zur Shopping-Liste hinzufügen
  • Witze erzählen
  • Musik spielen
  • Termine anlegen
  • Alarme und Timer setzen

Hier das Promotionvideo von Amazon

Echo soll mit der Zeit immer smarter werden. Je mehr man Echo benutzt, desto intelligenter wird es und lernt seine Nutzer und deren Vorlieben besser kennen. Das „Gehirn“ von Echo steckt auf den Amazon Servern wo Algorithmen arbeiten und Antworten und Reaktionen verbesern.

Letztenendes kann Alexa mit diesen Funktionen (derzeit) nicht mehr als ein aktuelles Smartphone. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum Echo in der Fachwelt ziemlich verrissen wird.

Kritik

„Warum sollte ich Alexa kaufen, wenn ich diese Funktionen griff bereit in meiner Hosentasche habe“ ist die Frage, die dabei am häufigsten gestellt wird. Und ja, da ist was dran. Was der Familie in diesem Video so einfach von der Hand geht, wird in der Praxis nicht so leicht umsetzbar sein. Im Video steht der schwarze Zylinder immer genau dort, wo er gerade gebraucht wird. Mal im Wohnzimmer, mal neben dem Bett oder eben beim Kochen in der Küche. Entweder hat die Familie aus dem Video gleich mehrere diese Geräte gekauft – was ziemlich ins Geld gehen würd – oder das eine Exemplar wird immer mitgenommen. Auch das wäre nicht praktisch. Zum Einen benötigt Echo eine kabelgebundene Stromversorgung. Zum Anderen sehe ich den Ärger vorprogrammiert „Mama, wo hast du Alexa hingestellt!?“.

Ein weiterer Kritikpunkt ist datenschutzrechtlicher Natur. Die Mikrofone von Echo hören immer zu. Logisch, sonst könnten sie nicht auf das Codewort „Alexa“ hören. Sicherlich, die Befehle müssen zu dem Amazon Servern übertragen und verarbeitet werden, damit das richtige Ergebnis zurück an Echo geliefert werden kann. Und ja, Amazon speichert Suchanfragen und erstellt Profile, um seine Nutzer kennen zu lernen und Echo smarter zu machen. Dass aber komplette Gespräche abgehört bzw. aufgezeichnet werden, und schnurstracks zu Amazon Servern (bzw. zur NSA) übertragen werden, halte ich für ziemlichen Humbug.

Was bezweckt Amazon mit diesem Produkt?

Was bezweckt also Amazon mit diesem Produkt? Amazon verspricht sich höchstwahrscheinlich eine erhöhte Kundenbindung. Amazon kann so eigene Diensten pushen, wie z.B. den Lebensmittellieferdienst Amazon fresh  („Alexa, add wrapping paper tot he shopping list). Das zeigt sich auch in der Preisbildung. Der Normalpreis des Echo liegt bei 199$. Für Amazon Prime Kunden gibt es satte 100$ Rabatt und so kostet der Echo nur noch 99$. Klar, Prime Kunden haben wahrscheinlich eine höhere Markenloyalität und bestellen mehr.

Außerdem zeigt sich in diesem Produkt, dass Amazon sich stärker in die Offline-Welt seiner Nutzer einbinden möchte und auch bei alltäglichen Dingen wie Kochen, Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten dabei sein möchte. Eine Sache, die bisher vor allem Apple und Google mit den IOS bzw. Android Smartphones vorbehalten war/ist. Desweiteren zeigt sich, dass Amazon sich auch das Thema Smart Home auf die Fahnen geschrieben hat.

Fazit

Ich würde mir Echo nicht kaufen. Zumindest nicht mit den Funktionen, die es jett bietet. Dennoch finde ich Echo ein interessantes Produkt. Nicht weil es tatsächlich einen großen Mehrwert bietet. Dazu unterscheiden sich die Funktionen des Gerätes zu wenig von denen eines Smartphones. Und auch die Bindung an ein physisches Gerät, das eher für einen fixen Standort geeignet ist, ist eher unpraktisch. Interessant finde ich vielmehr das Konzept, das dahinter steckt. Echo ist ein smarter persönlicher Assistent, der 24 Stunden am Tag in Bereitschaft ist. Sobald sich diese Funktion von der physischen Abhängigkeit löst, wird es spannend. Rein technisch wäre es jetzt schon möglich, dass nicht nur ein Gerät im Wohnzimmer steht, sondern überall im Smart Homes Mikrofone verteilt sind und auf Befehle warten. So kann die Mutter in der Küche fragen, wie viele Teelöffel in einen Esslöffel passen und der Sohn kann bei den Hausaufgaben eine kurze Rechnung durchführen. Und nicht nur das: Gut vorstellbar, dass ein solches System in ein paar Jahren als Smart Home Zentrale dient. Die Bewohner können dann per Sprachbefehl von jedem Ort im Haus die Einrichtungen und Geräte steuern. Ich bin gespannt, und freue mich auf die Zukunft.

 

Über Robin

Technik-Fan und Diplomingenieur Städtebau/Stadtplanung. Dies sind die Zutaten für Robins Leidenschaft für die Themen Smart Home, Smart City und technische Gadgets. Auf seinem Blog www.primelife.co berichtet er über smarte Technik die das Leben einfacher und komfortabler macht.

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